
Wenn wir die Natur nicht schützen, sondern zerstören, sägen wir an dem Ast, auf dem wir sitzen. Nur ein gut funktionierendes Ökosystem ermöglicht uns den Zugang zu sauberem Wasser, zu stabilem Klima, ebenso wie zu sauberer Luft und zu fruchtbaren Böden. Alles, was wir als Grundlage für unser Leben auf der Erde brauchen, hängt von einer intakten Natur ab.
Wir wissen alle, wie wichtig unsere Wälder, die Moore, die Ozeane und die Böden allgemein für die Speicherung von CO2 sind. Und trotzdem werden weiterhin Wälder abgeholzt, Moore trockengelegt und die Ozeane vermüllt. Freigesetztes CO2 verschärft die Klimakrise dramatisch. Sinnvoller Naturschutz ist also auch sinnvoller Klimaschutz.
Wir erleben gerade das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier. Jede Art erfüllt eine Rolle in unserem Ökosystem. Wenn zu viele verschwinden, werden ganze Systeme instabil — mit Folgen für Landwirtschaft, Nahrungssicherheit und Gesundheit.
Intakte Natur wirkt wie ein Schutzschild und schützt vor Katastrophen. So bremsen Mangroven zum Beispiel Sturmfluten, gut durchwurzelte Wälder verhindern Erdrutsche und gesunde und nicht versiegelte Böden speichern Wasser und mindern Dürren. Eine zerstörte Natur sorgt für mehr extreme Schäden für uns Menschen.
Warum uns Tierschutz im Speziellen wichtig ist
Tiere halten unsere Ökosysteme stabil. Sie agieren als Raubtiere, Bestäuber, Aasfresser und Bodenverbesserer. Wenn wir sie ausrotten, geraten Nahrungsketten aus dem Gleichgewicht.
Unsere Haustiere sind Teil unseres Lebens geworden und spielen in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle. Die Abhängigkeit der Tiere vom Menschen ist die Folge, was unsere Verantwortung gegenüber den Tieren erhöht. Leider sehen viele Menschen dies nicht so.
Wir alle wissen: Viele Tiere empfinden Schmerz, Stress, Angst und Freude. Tierschutz wirft deshalb auch ethische Fragen auf: Wie gehen wir mit leidensfähigen Wesen um? Welche artgerechten Lebensbedingungen können wir bieten? Müssen wir Tiere für uns Menschen instrumentalisieren?
Massentierhaltung, Wildtierhandel und Lebensraumzerstörung erhöhen das Risiko für neue Krankheiten, die auf Menschen überspringen (Zoonosen). Tierschutz ist also auch Seuchenschutz.

